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Italien – Alicudi (Liparische Inseln)

Land in Sicht und Wege-Labyrinth im Mikrokosmos.

Land in Sicht und Wege-Labyrinth im Mikrokosmos.

Auf den Liparischen Inseln ist das umgebene Mittelmeer in jeder Himmelsrichtung ständig in Sichtweite und ohne Schiff funktioniert hier fast nichts. Die schmackhafte Küche wird durch die Zutaten des Meeres definiert und das Leben findet im Rhythmus der Fährverbindungen, welche erwartungsvolle Touristen an Land spülen, statt. Durch die Größe und die Nähe der Inseln Lipari, Vulcano, Panarea und Stromboli entsteht trotz aller offensichtlicher Anzeichen das innere Gefühl, auf abgelegenen Eilanden zu verweilen, nur in ihrer Essenz. Sollte dieses wunderbare Ambiente noch nicht ausreichen, bieten die zwei westlichen Nachbarinseln Alicudi und Filicudi noch eine Steigerungsmöglichkeit zum kompletten Robinson-Crusoe-Empfinden.



Vom Drehpunkt im Hafen Lipari werden regelmäßige Verbindungen mittels Fähre oder Tragflächenboot angeboten. Der Reisende bucht zum Entschleunigen eine Mitfahrgelegenheit, bei einem Skipper im Hafen Marina Corta, als Hinfahrt und eventuell auch noch als Rückfahrt. Letzte Handgriffe der Crew sind noch notwendig bis das Schiff den Hafen verlassen kann. Minuten später durchschippert der Kapitän mit seinen Passagieren die Meerenge zwischen Vulcano und Lipari, der darauf das Boot auf Kurs nach Alicudi bringt. Vom Sonnendeck aus ist am Horizont, eingerahmt vom hellblauen Himmel und dem blauen Meer, in der Ferne der Zipfel von Alicudi und kurz davor auf Steuerbordseite die Insel Filicudi zu erkennen. Als Reiselektüre für die rund zweistündige Überfahrt empfehlen sich die Abenteuer von Odysseus des griechischen Dichters Homer oder die Aussicht nach Delphinen, welche mit sehr viel Glück das Schiff auf der Reise begleiten.



Alicudi ist eine winzige Insel. Die sichtbare Landmasse formt die Spitze des erloschenen Vulkans Filo dell’Arpa. Nur ein Bruchteil der Oberfläche ist überhaupt bewirtschaftbar oder bewohnbar. Nach der Ankunft im Hafen von Alicudi Porto flüchtet eine junge Familie mit Ihrem Reisegepäck auf das kurz vor der Mittagszeit eintreffende Tragflächenboot, welches regelmäßig zwischen den Inseln und dem Festland pendelt. Im überschaubaren Ortskern welcher gleichzeitig ein Teil des Piers ist, sind zu dieser Zeit eine Handvoll Bauarbeiter am wirken. Ansonsten regt sich nichts in der prallen Sonne, selbst die kleinen Fischerboote liegen unbeweglich am Strand.


Alicudi ist die westlichste und mit 5,2 km² zweitkleinste der Liparischen Inseln. Die annähernd kreisrunde Insel besteht aus dem 675 m hohen Stratovulkan Filo dell’Arpa. Wikipedia


Die wenigen Häuser der Insel kleben förmlich an den sehr steilen Hängen des Vulkans. Ausgebaute Straßen im üblichen Kontext sind auf Alicudi keine vorhanden. Ansammlungen von Gebäuden und einzelne Grundstücke sind durch ein verzweigtes Netz von Wegen mit etlichen Treppen miteinander verbunden. An die Wege aus Natursteinen reihen sich eine Vielzahl, in der Größe jedoch überschaubare Gärten, in denen zu dieser Jahreszeit die ersten Zitronen in intensivem Gelb in der Sonne glänzen. Das Pflücken derselbigen sollte unterlassen bleiben, den trotz der geringen Einwohnerzahl ist der rechtmässige Eigentümer in solch einer Situation dann doch nicht weit entfernt.



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